Wildtierkriminalität

Illegaler Abschuss von Greifvogel in Neusiedl am See bestätigt

Dr. Susanne Schreiner25.03.2025
Exekutive und Spürhund bei der präventiven Absuche in Neusiedl am See
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Wien, Eisenstadt, 25.03.2025 – Am 5. März führten Bundeskriminalamt (BK), Landespolizeidirektion (LPD) und Landeskriminalamt (LKA) Burgenland, von WWF und BirdLife Österreich unterstützt, in zwei Gebieten im Bezirk Neusiedl am See eine präventive Absuche nach Hinweisen auf illegale Greifvogelverfolgung durch. Die Untersuchungsergebnisse der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigen, dass im aufgefundenen Bein eines Mäusebussards Geschoßteile zu finden sind. Das bestätigt eindeutig, dass der Greifvogel illegal abgeschossen wurde. Dieser Befund verdeutlicht die Notwendigkeit des präventiven Vorgehens gegen Wildtierkriminalität, betonen Exekutive, WWF und BirdLife Österreich unisono.

In einer gemeinsamen Aktion von Bundeskriminalamt, Landeskriminalamt Burgenland, der Landespolizeidirektion Burgenland sowie den Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife Österreich wurden am 5. März zwei Jagdreviere im Bezirk Neusiedl (BGL) abgesucht, die in der Vergangenheit durch illegale Abschüsse, unter anderem von Kaiseradlern, betroffen waren. Unterstützt durch Suchhunde und Drohnen machten sich die Ermittler:innen auf die Suche nach Hinweisen auf Wildtierkriminalität. „Neben einer Kofferfalle und etlichen Kadavern jagdbarer Tiere haben in einem Windschutzstreifen das Bein eines Mäusebussards gefunden. Dieses haben wir sichergestellt und zur Begutachtung eingeschickt“, berichtet Martin Ivancsics von der Umweltgruppe des Landeskriminalamts Burgenland.

Untersuchungsergebnisse

Die Untersuchung, die von Expert:innen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie in Wien durchgeführt wurde, identifizierte eindeutig Geschoßteile im Bein des Vogels.

„Der Mäusebussard ist nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern gezielt abgeschossen worden!“, so Johannes Hohenegger von BirdLife Österreich: „Nach dem Abschuss der Kaiseradler-Dame „Artemisia“ im Jahr 2022 wurden uns zwar keine verdächtigen Beobachtungen aus diesem Jagdrevier gemeldet, doch die aktuelle Entdeckung der Geschoßteile ist ein klarer Beweis dafür, dass dort nach wie vor Greifvögel illegal gejagt werden. Das sind kriminelle Handlungen und keine Kavaliersdelikte!“ Illegales Nachstellen habe weitreichende negative Auswirkungen auf die Bestände geschützter Arten und gefährde das Überleben dieser Tiere, so der Greifvogelexperte.

Bedrohung verfolgter Arten

„Gerade bei seltenen Arten ist schon der Verlust eines einzelnen Tieres ein schmerzlicher Rückschlag und kann das Überleben der gesamten Spezies gefährden", warnt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre. Besorgniserregend sei zudem, dass die Dunkelziffer bei Wildtierkriminalität hoch ist, da viele Fälle gar nicht entdeckt werden. Daher müsse die präventive Arbeit und die Bewusstseinsbildung für das Problem weiter verstärkt werden, bekräftigt die WWF-Expertin.

Hinweise aus der Bevölkerung

„Hinweise aus der Bevölkerung sind für die Ermittlungsbehörden unverzichtbar, um illegale Wildtierverfolgung aufzudecken und zu bekämpfen“, betont Karl Frauenberger, Referatsleiter Umweltkriminalität im Bundeskriminalamt: „Wir appellieren daher an alle Bürgerinnen und Bürger, verdächtige Beobachtungen zu melden und so aktiv zum Schutz unserer bedrohten Arten beizutragen.“

Verdachtsfälle können an jede Polizeidienststelle, an die Meldestelle Umweltkriminalität im Bundeskriminalamt umwelt@bmi.gv.at, anonym über die Webseite https://wildlifecrime.info/ oder direkt per E-Mail an meldung@wildlifecrime.at gemeldet werden.

Grenzüberschreitendes EU-LIFE-Projekt „wildLIFEcrime“

Im Rahmen des EU-geförderten wildLIFEcrime-Projekts (LIFE22-GIE-DE-wildLIFEcrime) arbeiten 13 Organisationen aus Österreich und Deutschland an der Reduktion der Wildtierkriminalität. Eine Koalition aus Naturschutzverbänden, Polizei, Universitäten, Behörden und Veterinärmedizinern setzt sich für den besseren Schutz gefährdeter Arten ein, wodurch dieses Projekt bis 2028 dazu beitragen soll, die Wildtierkriminalität in Deutschland und Österreich zu reduzieren.

Weiterführende Links: Das Projekt wildLIFEcrime – wildLIFEcrime

Rückfragehinweis

Dr. Susanne Schreiner, Pressesprecherin BirdLife Österreich 1150 Wien, Diefenbachgasse 35/1/6 Mobil: +43 (0) 699 181 555 65 susanne.schreiner@birdlife.at

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