Vogelsterben in der Kulturlandschaft

BirdLife-Studie zur Bestandsentwicklung heimischer Brutvogelarten

Katharina Loupal

Auf Österreichs Wiesen und Feldern ist es leise geworden. Sehr viel leiser als noch vor zwei Dekaden. Der Vogelgesang ist mancherorts regelrecht verstummt, denn die meisten der 22 wichtigsten Vogelarten der Kulturlandschaft sind weniger, zum Teil sehr viel weniger, geworden: Es fehlen neun von zehn Grauammern sowie acht von zehn Rebhühnern und Girlitzen - das ist die traurige Bilanz von BirdLife Österreichs aktueller Studie zur Bestandsentwicklung der bislang häufigsten Brutvogelarten.

BirdLife überwacht die Vogelbestände

Die Bestandsüberwachung häufiger Brutvögel ist in vielen Ländern Europas Standard. Aktuell laufen derartige Programme in 28 europäischen Ländern. In Österreich betreibt BirdLife Österreich das so genannte „Brutvogel-Monitoring“. Ziel ist es, die Bestände 66 häufiger Brutvogelarten langfristig zu überwachen. Die erste Zählung fand im Jahr 1998 statt, aktuell liegen die alljährlichen Ergebnisse bis zum Jahr 2016 vor. Mehr als die Hälfte der 66 heimischen Brutvogelarten zeigen eine überwiegend negative Entwicklung, 1/4 der Arten weist einen stabilen Bestandstrend auf und nur rund 1/6 der Arten nahm in ihren Beständen zu.

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Vogelsterben in der Kulturlandschaft

Besonders negativ entwickeln sich 15 der 22 wichtigsten Vertreter der Kulturlandschaft. Das wird im so genannten Farmland Bird Index errechnet. Dieser besagt, dass seit 1998 gut 1/3 der Vögel der Kulturlandschaft verloren gegangen ist. Besonders starke Bestandsabnahmen zeigen das Rebhuhn, der Girlitz und die Grauammer. Diese Vogelarten sind nahezu verschwunden. Die Grauammer zeigt im Untersuchungszeitraum einen Schwund um 90%. Ähnlich schlecht ergeht es Rebhuhn und Girlitz: Sie verzeichnen einen Rückgang von mehr als 80%. 

Ursachen für den alarmierenden Rückgang

Der Rückgang der Vögel der Kulturlandschaft hängt mit der Intensivierung der Landwirtschaft zusammen: Frühes und häufiges Mähen der Wiesen, Verlust von Hecken, Feldrainen und Einzelbäumen, Rückgang von Ackerbrachen nimmt den Vögeln sichere Brutplätze. Die Bewirtschaftung durch schwere Maschinen zerstört die Gelege der Vögel, die auf landwirtschaftlichen Flächen ihre Nester bauen. Außerdem setzt der Einsatz von Pestiziden im Ackerbau und Obstbau Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Heuschrecken zu, sie bilden die Nahrungsgrundlage für Vögel. 

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Lösungsansätze

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an den Agrarsubventionen in der EU von 2021-2027. Das heißt: Es wird entschieden, wofür Landwirte zukünftig Förderungen erhalten werden. BirdLife macht Druck und setzt sich ein, damit wirksame naturschutzfachliche Maßnahmen gefördert werden. 
Durch unsere Forschungsprojekte wissen wir, welchen Vogelarten es schlecht geht und erarbeiten deshalb auch konkrete Schutzprojekte um gefährdete Kulturlandschaftsvögel vor dem Aussterben zu bewahren. 

Helfen Sie mit! 

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