Gefahren des Vogelzugs

Zwei von drei Vögeln kehren im Frühjahr nicht wieder zurück!

Katharina Loupal

Zwei Drittel der 230 Brutvogelarten Österreichs sind Zugvögel. Sie ziehen im Herbst in ihre Überwinterungsgebiete in den Süden und im Frühjahr wieder in ihre Brutreviere zurück. Ein spektakuläres Naturschauspiel ohne Zweifel, wenn etwa 500 Millionen Vögel über Österreich ziehen - und gleichzeitig ein Kampf ums Überleben. Denn zwei Drittel der Singvögel kehren im nächsten Jahr nicht wieder.

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Mangelnde Nahrungs- und Rastplätze

Der Mangel an sicheren und nahrungsreichen Rastplätzen macht den Vögeln während des Zuges besonders zu schaffen. Diese wichtigen Lebensräume sind für unsere Vögel überlebensnotwendig, denn ohne eine ausreichende Stärkung haben die Zugvögel zu wenig Kraft um weiterzufliegen und natürlich Barrieren wie Wüsten, Meere und Gebirge passieren zu können. 

Illegale Verfolgung

Auch die illegale Jagd setzt den Singvögeln zu: Im Mittelmeerraum – vor allem Zypern, Malta, Syrien und Ägypten – werden jedes Jahr mehr als 25 Millionen Vögel illegal getötet. Sie verenden grausam an ausgelegten Leimruten, in Netzen oder werden erschossen. Betroffen sind unsere heimischen, noch häufigeren Singvögel wie die Mönchsgrasmücke genauso, wie etwa der bedrohte Wiedehopf. Aber auch Greifvögel, Enten und Gänse werden oft vor den Augen von Vogelbeobachtern geschossen. 

Foto: Mönchsgrasmücke an Leimrute (c) BirdLife Cyprus

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Allzu oft sind es Touristen, die den auf Zypern lokalen (illegalen) „Leckerbissen“ aus Singvögeln Ambelopoulia probieren. Die BirdLife-Partner vor Ort führen Bildungsprojekte an Schulen durch und setzten sich für die Errichtung und Beibehaltung von Schutzzonen für Vögel ein. Auch Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Schlüssel um auf die Gefahren für unsere Vögel aufmerksam zu machen. Denn eines steht fest: Änderung von Tradition und überholtem Brauchtum braucht Zeit aber umso mehr kontinuierliches Engagement.

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#FlightForSurvival

Diese aktuelle Kampagne von BirdLife International und seinen Partnern hat es sich zum Ziel gemacht bis 2022 die gesamte
illegale Bejagung im Mittelmeerraum von 25 Millionen Vögeln um 50% reduzieren. Dabei kann die Reise von sieben markanten Arten – Weißstorch, Mönchsgrasmücke, Schmutzgeier, Kaiseradler, Wachtel, Turteltaube und Wespenbussard – mitverfolgt werden. Mit einer kontinuierlichen Betrachtung der spektakulären Migrationsreisen dieser sieben Vögel zeigt BirdLife die verschiedenen Gefahren auf, die an einigen der gefährlichsten Orte entlang der afrikanisch-eurasischen Flugbahn bestehen. 

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