Vogel des Jahres 2014: Der Grünspecht
 
Der Grünspecht (Picus viridis) wurde zum "Vogel des Jahres 2014" von BirdLife Österreich sowie den Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern gekürt. Nach dem Feuchtgebietsbewohner Bekassine, steht damit erstmals seit 1997 wieder ein Specht im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Wie die Bekassine durch ihr einprägsames Meckern zeichnet sich Grünspecht durch seinen lachenden Gesang aus. Glücklicherweise hat der farbenfrohe Vogel wirklich gut Lachen: In Österreich ist wie in Europa der Bestand stabil, in Deutschland nehmen seine Bestände sogar zu.
Wer sich rasch und ohne Fernglas ein Bild von noch Vogel des Jahres, der Bekassine machen will, findet in der Ausstellung Saal 29 des Naturhistorischen Museums Wien eine eigene Vitrine dafür. 2014 ist dort der Grünspecht zu bewundern.

"Lichte Wälder und Streuobstwiesen sind die bevorzugten Lebensräume des Grünspechtes, der sich im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten gerne am Boden aufhält", so Dr. Anita Gamauf, Leiterin der Vogelsammlung im Naturhistorischen Museum Wien. Neben dem Buntspecht ist der Grünspecht mittlerweile auch jene Spechtart, die am weitesten in Siedlungen, selbst in Städte, eindringt. Parkanlagen und größere Gärten hat er zunehmend für sich entdeckt. Das relativ breite Spektrum an möglichen Lebensräumen ist auch mit ein Grund für seinen stabilen Bestand sowohl in Österreich als auch in Europa. Etwa 10.000 Brutpaare brüten derzeit in Österreich. Im Nachbarland Deutschland konnte er mit über 42.000 Paaren sogar zulegen.

Grünspecht (rspb-images.com)
Foto: rspb-images.com

Leibspeise Ameisen – angewiesen auf alte Bäume und magere Wiesen
"Aus den Augen verlieren sollte man nicht, dass es auch für den Grünspecht sowie für viele Bewohner von Streuobstwiesen und Gärten schnell wieder bergab gehen kann!" warnt Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Denn alte Bäume zum Höhlenbau und magere Wiesen, in denen der prachtvolle Specht seine Nahrung findet, gehen nur allzu oft verloren. Zudem machen ihm kalte Winter zu schaffen.
Bevorzugte Nahrung des Grünspechtes sind Ameisen, die er mit seiner langen Zunge aus den Nestern hervorholt. Er findet sie vor allem in mageren, nicht zu dichten und hochwüchsigen Wiesen oder an spärlich bewachsenen Bodenstellen. Um ihn zu schützen, sollte man deshalb auch auf den Einsatz von Pestiziden in Hausgärten und Parkanlagen verzichten und vor allem extensiv genutzte Streuobstwiesen erhalten.

Grünspecht lacht mehr als er trommelt
Neben der ausdrucksvollen Gesichtszeichnung ist auch der Ruf des Grünspechts sehr einprägsam. Wie ein lautes Lachen klingt das gereihte "Kjückkjückkjückkjück", das zur Balzzeit zu einer längeren Gesangsstrophe ausgebaut wird. Im Gegensatz zu anderen Spechten trommelt er dafür nur selten. Obwohl er durchaus eine auffällige Erscheinung ist und mit 30-35 cm Länge und bis zu 50 cm Flügelspannweite auch eine eindrucksvolle Größe aufweist, bekommt man ihn nicht so leicht zu Gesicht. "Sobald sich ein Beobachter nähert, fliegt er sofort auf den nächsten Baum und versteckt sich auf der abgewandten Seite des Stammes, vorsichtig mit einem Auge hervorlugend", so Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich.



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