Vogelkrankheiten
 
Trichomoniasis bei Grünlingen

Im Jahr 2012 hat sich in ganz Österreich eine durch einzellige Parasiten (Trichomonaden) hervorgerufene Seuche bei Grünlingen ausgebreitet. Diese Parasiten befallen den vorderen Verdauungstrakt, vor allem den Kropf der Vögel und rufen dort schwerwiegende Entzündungen hervor. Die Tiere können kein Futter mehr aufnehmen und sterben. Die Krankheit tritt vor allem dort gehäuft auf, wo im Sommer gefüttert wird, weil an diesen Orten viele Vögel zusammenkommen, die sich dann gegenseitig anstecken. Auch Vogeltränken sind bevorzugte Übertragungsorte dieser Krankheit. Andere Vogelarten sind nicht bis kaum für die Seuche empfänglich. Für den Menschen und Haussäugetiere besteht keine Gefahr. Die beste Maßnahme bei Auftreten dieser Krankheit ist, die Fütterung sofort einzustellen, Futtergeräte und Vogeltränken zu entfernen. Vögel finden im Sommer ausreichen Nahrung, sodass das Einstellen der Fütterung zu keinem Schaden führt. Durch das Beenden der Fütterung werden aber die großen Vogelansammlungen verhindert und damit die Ansteckungskette bei den Grünlingen unterbrochen. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit, bei Frost und Schnee kann dann mit dem Füttern wieder begonnen werden.


nach oben
Salmonellose

Dabei handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien aus der Gruppe der Salmonellen. Diese Krankheit findet sich oft an Futterhäuschen im Winter, wenn die Vögel ihre Ausscheidungen direkt in das Futter abgeben können. Die erkrankten Vögel (am häufigsten diverse Finkenarten) sitzen matt und aufgeplustert herum, haben mitunter Schluckbeschwerden oder Durchfall und sterben bald. Wenn diese Krankheit an Futterstellen auftritt, bitte sofort die Fütterung einstellen, alle Utensilien entfernen und alles gründlich waschen und desinfizieren. Die beste Vorbeugung ist, nur Futterstellen zu verenden, bei denen die Vögel nicht ins eigene Futter koten können, wie z. B. Futtersilos.


nach oben
Vogelgrippe

Dies ist eine Virusinfektion, die in den Jahren 2005-2007 breites öffentliches Interesse hervorgerufen hat. Es gibt sehr viele unterschiedliche Virusstämme, von denen die meisten nur wenig krankmachend sind. Vor allem Wasservögel sind immer wieder mit solchen eher harmlosen Viren befallen. Fallweise treten aber stark krankmachende Stämme auf, die dann zu Todesfällen unter Wasservögeln führen können. Die Infektion mit solchen Stämmen ist für Nutzgeflügel besonders gefährlich und auch unter dem Namen Klassische Geflügelpest bekannt. Diese Krankheit kann zu verheerenden Verlusten in Geflügelbetrieben führen. Ein potentielles Ansteckungsrisiko besteht auch für Menschen, wenn diese in Kontakt mit den Ausscheidungen des erkrankten Vogels kommen. Wenn Sie Ansammlungen von toten Wasservögeln finden, informieren Sie bitte den Amtstierarzt der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, aber fassen Sie die Kadaver nicht an.


nach oben
Botulismus

Dabei handelt es sich um eine Vergiftung mit einem von Bakterien produzierten Toxin. Das Botulinumtoxin ist eines der gefährlichsten biologischen Gifte überhaupt und wird von unter Sauerstoffabschluss lebenden Bakterien (Clostridium botulinum) gebildet. Anfällig für diese Krankheit sind vor alle Wat- und diverse Wasservögel. Sie tritt in besonders heißen Sommern in Feuchtgebieten wie z.B. an den Lacken des Seewinkels auf, weil dann die Wasserstände niedrig sind und sich reichlich Faulschlamm bilden kann.  In diesem können sich die genannten Bakterien gut vermehren und ihre Giftstoffe produzieren. Die erkrankten Vögel zeigen vor allem schlaffe Lähmungen an Flügeln und Beinen und sterben bald. Wenn Sie ein derartiges Wasservogelsterben wahrnehmen, sollten Sie den Amtstierarzt der zuständigen Bezirkshauptmannschaft informieren, die Kadaver aber nicht anfassen.


nach oben
Usutu-Virus

Für diese Virusinfektion sind vor allem Amseln empfänglich. Ab dem Jahr 2002 trat vor allem in Ostösterreich ein massives Amselsterben auf. Die Vögel bekamen eine Gehirnentzündung, konnten nicht mehr koordiniert fliegen und starben schnell. Die Amselbestände v.a. in Wien gingen aufgrund dieser Krankheit massiv zurück. Mittlerweile hat sich aber eine Amselpopulation entwickelt, die mit dem Virus gut zurecht kommt. Obwohl sich immer noch Amseln infizieren, erkranken sie kaum mehr. Jedenfalls kommt es nicht mehr zu Todesfällen.


nach oben
« zurück