Wiesenvögel im Sinkflug

Braunkehlchen, Kiebitz & Co geht es an den Kragen!

Katharina Loupal

Seit 1992 zählen BirdLife Mitarbeiter die Bestände der in Wiesen und Feldern brütenden Vogelarten. Durch die flächendeckende Intensivierung der Landwirtschaft befinden sich fast alle Feld- und Wiesenvögel im Sinkflug, da ihre Gelege häufig durch die Bewirtschaftung zerstört werden. Einige dieser vom Aussterben bedrohten Arten kommen daher fast ausschließlich in Schutzgebieten vor, wie etwa der Große Brachvogel. Kiebitz und Heidelerche hingegen zeigen regional stark unterschiedliche Bestandstrends, während allerletzte Restbestände von Braunkehlchen und Wiesenpieper nur mit raschen Hilfsprogrammen zu retten sein werden.  

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Detailergebnisse des Monitorings

Das attraktiv gefärbte Braunkehlchen, ein ehemaliger Charaktervogel heimischer Wiesenlandschaften, erleidet die letzten Jahre dramatische Bestandseinbußen. Während in den 1970er Jahren noch über 1000 Paare im Land lebten, waren es 2016 nur mehr 35. BirdLife rechnet mit dem völligen Aussterben des Wiesenvogels, wenn nicht umgehend doppelt so viele spät gemähte Wiesen oder Wiesenbrachen in den Gemeinden Sandl, Liebenau, Bad Leonfelden und zur Verfügung gestellt werden.

Kiebitz & Heidelerche

Detaillierte Untersuchungen des Brutgeschehens von Kiebitz und Heidelerche führen klar vor Augen, dass nur naturnäheres Bewirtschaften ihrer Brutplätze in Äckern weitere Bestandseinbußen verhindern kann. Nur dort, wo diese Bodenbrüter im Frühjahr ausreichend viele Jungvögel großziehen können, gehen ihre Bestände nicht zurück. 

Auch hier zeigt sich wie wichtig das Verständnis und Entgegenkommen jener Landwirte ist, die die Brutplätze dieser gefährdeten Vogelarten bewirtschaften.

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Aufatmen beim Großen Brachvogel

Ein Aufatmen hingegen gibt es beim Großen Brachvogel, der sein Bestandshoch Dank des lange umstrittenen Europaschutzgebietes „Flugplatz Welser Heide“ halten kann. 

Mit sieben flüggen Jungvögeln kam es im großen Magerwiesenareal in Wels zum weitaus besten Bruterfolg Oberösterreichs, während z. B. alle acht Bruten auf dem Flughaufen Linz-Hörsching verloren gingen. Dadurch kann die Schutzgebietsausweisung in Wels fachlich bestätigt werden. 

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