Schutz der Heidelerche

Verstummt die schöne Stimme der "Nachtigall des Mühlviertels" bald?

Katharina Loupal

Mittlerweile zählt die einst noch häufig auftretende Heidelerche als eine seltene Besonderheit des Mühlviertels. Ihr außergewöhnlich schöner Gesang brachte ihr den Spitznamen "Nachtigall des Mühlviertels" ein und zählt zu den schönsten Frühjahrserlebnissen für naturbegeisterte Menschen. Oftmals fällt es allerdings schwer die seltene Heidelerche von der viel häufigeren Feldlerche zu unterscheiden. Man kann es sich leichter machen indem man dem Standort dem Vogels besonderen Augenmerk schenkt. Die etwas kleinere Heidelerche sitzt nämlich gern auf Leitungen oder Bäumen, währen die Feldlerche das nie tut bzw. sich meist lieber am Boden aufhält. Doch die von BirdLife durchgeführten Bestandskontrollen haben einen deutlichen Rückgang des ohnehin schon seltenen Bodenbrüters ergeben. 

Odoo image and text block

Kleiner Ackerbrüter in Bedrängnis

Das Vorkommen der Heidelerche im Mühlviertel ist binnen fünf Jahren von 50-100 Paaren auf nunmehr 30-60 Paare geschrumpft. 

Nur mehr in und um den Naturpark Mühlviertel, bei Kefermarkt/Lasberg und zwischen Neumarkt, Ottenschlag und Alberndorf konnten Brutvorkommen des europaweit gefährdeten Vogels nachgewiesen werden. 

Heidelerchen bevorzugen Kuppenlagen und brauchen hier ein Nebeneinander von extensiv bewirtschafteten Getreidefeldern oder Hackfrüchten samt angrenzenden Waldrändern oder Obstbäumen als Zufluchtsorte. Sie nutzen gerne Feldwege und Raine und brauchen vor allem magere, schütter wachsende Vegetationstypen um genügend Nahrung zu finden. Auch für den Nestbau, welcher Ende März und Anfang April beginnt, benötigt die Heidelerche bestimmte Landschaftselemente. Die meisten Nester befinden sich im Wintergetreide, einige in Sommergetreide und Wechselwiesen, selten können sie auch in Christbaumkulturen vorkommen.

Heidelerche und Landwirtschaft

Als Boden- bzw. Ackerbrüter lebt die Heidelerche, wie viele andere Vogelarten, in direkter oder indirekter Abhängigkeit von der Landwirtschaft. 

Gelege und Jungvögel in Feldern und Wechselwiesen sind das ganze Frühjahr hindurch von Zerstörung durch maschinelle Bewirtschaftung bedroht. Zusätzlich findet sie auf überdüngten Äckern und Wiesen keine kurzrasigen Flächen zur Nahrungsaufnahme. 

Odoo text and image block

Da durch diese Hindernisse und Gefahren viele Regionen als Brutplatz unattraktiv werden, setzt sich BirdLife Österreich für den Erhalt letzter Heidelerchen-Brutvorkommen ein. In Kooperation mit der Naturschutzabteilung Oberösterreichs und des Naturparks Mühlviertel wurde ein Schutzprogramm für insgesamt 4100 ha erarbeitet. Für Flächen, in denen im Frühjahr 2017 Heidelerchen brüten, werden für Maßnahmen, die die Nester schützen, einjährige Förderprämien des Landes angeboten. Zudem arbeitet man an Rückverlegungen der Getreideaussaat, der Mahd oder anderer mechanischer Bewirtschaftungen um das Überleben der Nester und Jungvögel zu sichern.