Rückkehr des Rotmilans

Oberösterreichs seltenster Greifvogel kehrt in seine Brutgebiete zurück!

Katharina Loupal

Rotmilane breiten sich seit einigen Jahren wieder im Bundesland Oberösterreich aus, eine erfreuliche Meldung besonders nachdem die Brutvorkommen im vorigen Jahrhundert bereits gänzlich erloschen waren. Nun wurden alle Naturinteressierten dazu aufgerufen, Sichtungen des Rotmilans zu melden. Dies hilft den Vogelschutzexperten von BirdLife Österreich, gezielte Suchaktionen über mögliche Brutplätze einzuleiten, um den Rotmilan künftig noch besser schützen zu können.

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Markantes Erscheinungsbild

Mit einer Flügelspannweite von 160 cm ist der rostrot gefärbte Rotmilan relativ leicht von unseren häufigen Greifvögeln wie dem Mäusebussard und dem Turmfalken zu unterscheiden. Verwechslungen sind mit dem nahe verwandten Schwarzmilan und eventuell mit der Rohrweihe möglich. Markenzeichen des Rotmilans sind neben seiner imposanten Größe der tief gegabelte, rostbraune und lange Schwanz sowie seine langen Flügel.

Bestandssituation

Derzeit vermutet BirdLife drei bis maximal zehn Rotmilan-Paare in Oberösterreich. Vor allem im südlichen Innviertel und im Hausruckviertel versucht dieser Aas- und Mäusefresser derzeit neu Fuß zu fassen. Brutversuche sind jedoch überall im Bundesland möglich, außer im Gebirge, in großen Waldgebieten und in Siedlungen. Der Rotmilan nistet bevorzugt auf Bäumen an Waldrändern in Kulturlandschaften mit hohem Wiesenanteil und ist dort besonders störungsanfällig. Deshalb sollten diese Plätze während der Brutzeit frei von allen Störungen - wie Waldarbeiten oder intensive Freizeitaktivitäten - gehalten werden! 

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Jetzt versucht BirdLife zusammen mit Projektleiter Hans Uhl dem scheuen Rückkehrer bestmöglich zu helfen und ruft daher alle naturkundlich Interessierten zur Mithilfe auf. Wer sich sicher ist, einen oder mehrere Rotmilane beobachtet zu haben, sollte dies möglichst rasch bei BirdLife melden! Alle eintreffenden Meldungen werden vertraulich behandelt. Aus Gründen des Artenschutzes wird in der folgenden Projekttätigkeit auch auf nähere Ortsangaben zu den Rotmilan-Vorkommen verzichtet. Die notwendigen Schutzmaßnahmen werden laufend mit der Abteilung für Naturschutz des Landes Oberösterreich abgestimmt.