Rettung der Waldvögel

Mehr Altbäume und Totholz in Österreichs Wälder!

Katharina Loupal

Die gefiederten Bewohner des Waldes tragen viel zu seiner Biodiversität bei. Allerdings sind laut der Roten Liste Österreich fast die Hälfte der 133 bei uns vorkommenden Waldvogelarten gefährdet oder nahezu gefährdet! Die Liste inkludiert zahlreiche Arten, unter anderem den Halsbandschnäpper, den Mittelspecht und das Auerhuhn. Dennoch ist zu bedenken, dass es den Bewohnern der Kulturlandschaft deutlich schlechter geht, da diese seit Ende der 1990er im Schnitt Rückgänge von mehr als 30% zu erleiden hatten.
Einer der einflussreichsten Gründe für die Gefährdung der Waldvogelarten ist der Mangel an Biotop- bzw. Altbäumen und Totholz in Österreichs Wäldern.

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Aus diesem Grund beschlossen BirdLife und die Österreichischen Bundesforste vor 11 Jahren sich zu einer Kooperation zusammenzufinden und gemeinsam den Erhalt der Biodiversität des Waldes zu fördern. Als Ziel wurde vereinbart, dass der Bestand von anspruchsvollen, laut Roter Liste gefährdeten Waldvogelarten in Österreich in den nächsten 20 Jahren einen essentiellen Zuwachs erhalten soll. Anfangs wurde zwar als Zeithorizont das Jahr 2020 anvisiert, jedoch wird aufgrund der längeren Vorbereitungszeit mit 2025 gerechnet. 

Im Ökosystem des Waldes hat das Totholz einen besonderen Stellenwert, da zahlreiche Pilze, Insekten, Spechte, Schnäpperarten, Meisen aber auch Fledermäuse und andere Säugetiere darauf angewiesen sind. Leider ist gerade das ökologisch wichtige, dickstämmige Totholz nur unzureichend in unseren Wäldern vorhanden. Zentrale Maßnahme ist daher den Vorrat an Totholz mit Brusthöhendurchmesser (BHD) von mind. 20 cm in Wirschaftswäldern zu verdoppeln. Vor allem im Tiefland besteht dahingehend großer Nachholbedarf.

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Eine weitere wichtige Maßnahme ist der Erhalt von Biotopbäumen mit einem BHD von mind. 40 cm. Darunter fallen sowohl typische Baumarten als auch naturschutzrelevante Einzelstämme wie Horst-, Veteranen- oder Höhlenbäume. Zudem möchte die Kooperation auch für die Einrichtung eines Netzwerkes aus Altholzinseln, sogenannten Biodiversitätsinseln, sorgen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass gefährdeten und anspruchsvollen Arten ausreichend Trittsteinbiotope und Lebensraumrequisiten zur Verfügung stehen. Diese Flächen werden somit permanent aus der Nutzung genommen, haben ein Mindestalter von 120 Jahren und sind mindestens 1 ha groß. Im Rahmen einer Pilotphase wurden diese Maßnahmen von 2007 bis 2009 in ausgewählten Revieren getestet. Zur Freude aller Beteiligten verlief der Test erfolgreich und konnte somit auf den gesamten Bundesforste-Flächen umgesetzt werden. 

Ziel der Kooperation ist, dass im Jahr 2020 480 solcher Inseln zusätzlich zu bestehenden Schutzflächen vorhanden sein sollen. Bisher sind etwa 80 Inseln ausgewiesen, die im Durchschnitt 3 ha groß sind.