Hoffnungsträger Kiebitz

Schutzprojekt zeigt wie Überleben des Agrarvogels gesichert wird!

Katharina Loupal

Im März kehren die Kiebitze aus ihren Winterquartieren zurück, um über unseren Äckern mit laut wummernden Flügelschlägen ihre Reviere zu besetzen. Die Bodennester der Kiebitze sind gut getarnt und deshalb praktisch nur für geschulte Augen sichtbar. Die maschinelle Bewirtschaftung der Felder geht allerdings Hand in Hand mit der Zerstörung von Gelegen und dem Tod zahlreicher Jungvögel. Um dies zu verhindern hat der Naturpark Obst-Hügel-Land 2016 in Kooperation mit BirdLife durch erste Schutzmaßnahmen wertvolle Beiträge zur Bestandserholung dieser bedrohten Vogelart geleistet. 

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Erste Erfolge in OÖ

Zu Beginn des Projektes wurde eine öffentliche Präsentation des Kiebitz-Projektes, sowie persönliche Beratungsgespräche mit 12 Betriebsleitern organisiert, um Verständnis für die notwendigen Hilfsmaßnahmen zu schaffen. 

Das beste Fallbeispiel lieferte ein 4 Hektar großer Maisacker in Eben, in dem schon Mitte März vier erste Kiebitz-Paare zu brüten begannen. Der Acker blieb bis 5. Mai unbewirtschaftet und wurde erst danach bebaut. 

Da aus Nachbarfeldern weitere Kiebitze in dieses Feld zuwanderten, bildete sich eine Kolonie von bis zu acht Paaren. Mit zumindest 18 flüggen Jungvögeln lieferte diese Brutkolonie den meisten Nachwuchs im Naturparkgebiet. Die Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich entschädigte anschließend die entstandenen Umstände für die beteiligten Landwirte. Positive Effekte brachte zudem die Maßnahme „Nester auszustecken“. Dabei wurden die Nester mit Stäben markiert und die Landwirte ersucht, diese bei der maschinellen Bewirtschaftung auszusparen. Insgesamt neun Nester in vier Feldern wurden somit verschont. Aus sechs dieser Gelege schlüpften anschließend mindestens zwölf Jungvögel. 

Zukunftspläne

Eines der Hauptprobleme im Kiebitz-Schutz in Ackergebieten ist der Mangel an Flächen mit kurzer Vegetation ab Mitte Mai. Vor allem junge Kiebitze sind bei Ihrer Nahrungsaufnahme auf vegetationsarme oder kurzrasige Flächen angewiesen. Wo Ende Mai und im Juni großflächig nur stark wüchsige, hohe Feldvegetation steht, ist es für die Kiebitze unmöglich, sich zu ernähren und gleichzeitig den Überblick gegenüber Fressfeinden zu bewahren. Für junge Kiebitze aus Ersatzbruten können deshalb Blühstreifen mit schütterer Vegetation passende Ausweichflächen bieten.

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BirdLife Österreich wird 2017 das regionale Kiebitz-Projekt in Kooperation mit dem Naturpark weiter entwickeln. Derzeitige positive Bestandstrends der Kiebitze und die ersten Schutzerfolge ermutigen dazu, diese Artenhilfsmaßnahmen auszuweiten und bei noch mehr Landwirten um Beteiligung anzufragen. Bruterfolgskontrollen und Beratungen der Landwirte wird es auch in Zukunft weiterhin als Angebot geben.