Hilferuf des Braunkehlchens

Oberösterreichs Charaktervogel steht knapp vor dem Aus!

Katharina Loupal

Gemeinsam mit Kiebitz, Heidelerche und Co. wurde auch der Bestandtrend des Braunkehlchens von BirdLife unter die Lupe genommen. Die Erhebungen, welche teils bis ins Jahr 1996 zurückgehen, liefern äußerst schlechte Nachrichten für den einst noch häufig auftretenden "Wiesenspatz": Die allerletzten Restbestände des Braunkehlchens sind nur mit raschen Hilfsprogrammen zu retten!

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Beunruhigende Trends

Das Bestandsmonitoring in Oberösterreich dokumentiert einen landesweiten Rückgang um 80% seit 1998 - von knapp 250 Brutpaaren sind heute nur noch 40-60 Paare übrig. Grund für diese erschreckende Entwicklung ist die zunehmende Zerstörung der Brut- und Lebensräume des Braunkehlchens durch eine zu frühe und mehrfache Wiesenmahd. Schließlich ist das Braunkehlchen wie viele andere gefährdete Vögel auf extensiv genutzte Wiesenflächen und Weiden angewiesen, welche immer öfter der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer fallen. 

Wenn den letzten Vorkommen der Braunkehlchen in den Gemeinden Sandl, Liebenau, Bad Leonfelden und Klaffer nicht umgehend zumindest doppelt so viele spät gemähte Wiesen wie derzeit zur Verfügung gestellt werden, ist in den nächsten Jahren mit dem völligen Aussterben dieses kleinen Wiesenvogels zu rechnen.

Hilfs- & Schutzmaßnahmen

BirdLife wirft angesichts dieser Zahlen und Trends allerdings nicht die Flinte ins Korn, sondern fordert vom Land Oberösterreich und der Landwirtschaftskammer rasche und wirksame Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung des Wiesenvogels. 

Diese können nur mit besserer Unterstützung der beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe erreicht werden, denn bereits eine Verschiebung der Mahd um nur wenige Wochen kann das Überleben des Braunkehlchens sichern. 

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Um den völligen Bestandszusammenbruch der Braunkehlchen im Mühlviertel zu verhindern, hat BirdLife ein Artenschutzprogramm erarbeitet. In Kooperation mit dem Land Oberösterreich wird derzeit an der Ausweisung eines neuen, kleinen Naturschutzgebietes im Grenzstreifen zu Südböhmen für eine der letzten Braunkehlchen-Populationen, sowie an der Etablierung von neuen Spätmähwiesen gearbeitet. BirdLife erreichte im Jahr 2016 die Beratung von rund 200 Betrieben in ganz Österreich. Mit Erfolg – denn naturnahe Bewirtschaftung kann das lokale Aussterben des Braunkehlchens verhindern!