Ausbreitung des Rotmilans

Tiroler Freiwilligennetzwerk dokumentiert Verbreitung des Greifs!

Katharina Loupal


Nachdem der Rotmilan seit einigen Jahren in Vorarlberg und Niederösterreich wieder als Brutvogel bekannt ist, erobert er zunehmend auch andere Bundesländer. In Tirol und Oberösterreich wurden 2016 Initiativen zur Dokumentation von neuen Brutplätzen gestartet, die schließlich auch die Wiederausbreitung dieses eleganten Greifvogels unterstützen sollen.

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Steppenvogel im Aufwind


Seit mehreren Jahren ist der Rotmilan in Tirol auch zur Brutzeit anwesend und wird regelmäßig beobachtet. Um seinen Brutstatus und die zu klären, erklärten sich 12 Beobachter bereit, ein bestimmtes Gebiet gezielt nach dem Rotmilan zu „überwachen“. 

Zusätzlich haben noch einige Beobachter regelmäßig Daten auf der BirdLife-Beobachtungsplattform ornitho.at gemeldet. Der Beobachtungszeitraum der brutverdächtigen Gebiete erstreckte sich von Ende Februar bis Ende Juli 2016, in einem Gebiet konnten bis Oktober immer wieder Rotmilane beobachtet werden.

Vier Brutnachweise

Diese Beobachtungsdaten gemeinsam mit Erhebungen zum Tiroler Brutvogelatlas brachten den Nachweis von Rotmilanbruten in vier Gebieten im Inntal und Eingang des Zillertals. 

In weiteren 12 Gebieten wurde eine Brut als möglich oder wahrscheinlich eingestuft. Man kann also von einem Brutbestand in Tirol von ca. 10-15 Brutpaaren im Jahr 2016 ausgehen. Im Jahr 2017 scheint sich eine weiter Ausbreitung des Brutareals in Richtung Oberinntal abzuzeichnen.

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Die Gründe, warum sich der Rotmilan in Österreich ausbreitet und die Population zunimmt, sind unbekannt. Besonders erstaunlich ist dies, da in Schlüsselländern wie Deutschland, Frankreich und Spanien die Bestände zumindest in Teilbereichen stark rückläufig sind. Faktoren, die im Zusammenhang mit Bestandsveränderungen diskutiert werden, sind die Entwicklung der Landwirtschaft, Kollisionen mit Windkraftanlagen und illegale Greifvogelverfolgung.