Welches Fernglas?
 
Foto: BirdLife

Bei Ferngläsern ist heute eine breite Palette am Markt, sowohl was die Spezifikationen als auch was den Preis betrifft. Es bleibt Ihnen überlassen, wieviel Geld Sie in ein Fernglas investieren möchten, optische Spitzen-Modelle sind in der Regel recht teuer, doch man findet auch hervorragende Geräte zu einem überraschend günstigen Preis. Wichtig ist, daß Sie das Fernglas beim Händler ausprobieren und sich vergewissern, daß es wirklich Ihren Ansprüchen genügt. Hier ein paar Tipps, worauf Sie bei der Auswahl Ihres Fernglases achten sollten:

Auf jedem Gerät finden Sie eine Zahlenfolge vermerkt, die auf den ersten Blick wie eine kleine Rechenaufgabe wirkt: z.B. 10 x 40 oder 7 x 42. Die erste Zahl gibt dabei die Vergrößerung an. Prinzipiell wird man mit einer Vergrößerung von 8fach bis maximal 12fach gut bedient sein. Ein lichtstarkes Glas mit 7facher Vergrößerung kann im Wald sehr nützlich sein, im offenen Gelände ist diese Vergrößerung aber schon an der Untergrenze des Nützlichen. Alles was stärker als 12fach vergrößert, ist schon schwierig ohne Stativ zu benutzen, es sei denn, man kauft sich ein kostspieliges Glas mit eingebautem Schwingungsstabilisator.

Die zweite Zahl gibt den Durchmesser der Objektivlinse an, er bestimmt die Lichtstärke und das Gesichtsfeld des Glases. Eine einfache Faustregel besagt, daß man den Linsendurchmesser durch die Vergrößerung dividieren sollte. Liegt das Ergebnis zwischen 4 und 6 hat man ein brauchbares Gerät (also z.B. bei 10 x 40: 40 durch 10 ist 4). Achten Sie bei der Auswahl aber auch, ob die Farben möglichst echt wiedergegeben werden und ob das Bild zum Rand des Gesichtsfeldes hin scharf bleibt oder rasch unscharf wird.

Wenn Sie viel in der offenen Landschaft oder an Gewässern beobachten, werden Sie früher oder später auch ein stärker vergrößerndes Fernrohr (Spektiv) mit einem stabilen Stativ benutzen wollen. Es gibt heute sehr gute Spektive mit farbtreuer Optik und austauschbaren Okularen, die verschiedene Vergrößerungen von 20fach bis 60fach und mehr ermöglichen. Weiters gibt es Weitwinkel- und Zoom-Aufsätze sowie Adapter für Ihre Kamera, damit Sie kein Teleobjektiv herumschleppen müssen, sondern gleich durch das Spektiv fotografieren können. Bevor Sie sich ein Spektiv zulegen, vergleichen Sie verschiedene Marken (z.B. bei Bekannten oder im Rahmen einer BirdLife-Exkursion), Sie können sich auch gerne im BirdLife-Büro Tipps holen. Beachten Sie aber eines: das optisch perfekteste Spektiv nützt Ihnen wenig, wenn es auf einem schwachen Wackel-Stativ montiert ist, das beim leisesten Lüftchen schon zu wackeln beginnt. Legen Sie sich daher auch ein stabiles, aber nicht zu schweres Stativ zu.



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